Die Olivenölroute des Cilento
Tag 1 – Ogliastro Cilento und Rutino: zwischen Olivenhainen und ländlichen Traditionen
Die Route beginnt im historischen Ortskern von Ogliastro Cilento, einem malerisch auf einem Hügel gelegenen Dorf mit Blick auf die Ebene von Paestum. Hier bietet sich die Gelegenheit, kleine Produzenten kennenzulernen, die autochthone Olivensorten wie Rotondella, Ogliarola und Salella* bewahren und die Geheimnisse der Kaltpressung zu entdecken. Die Küche feiert die mediterrane Ernährung mit einer gastronomischen Erzählung, die auf alten Traditionen beruht: Lagane mit Kichererbsen, gefüllte Auberginen, der charaktervolle Caciocavallo und die Süße der Feigen – alles veredelt durch das lokale „grüne Gold“.
*Die „Olive Salella Ammaccate del Cilento“ sind ein echtes Ritual: Sie werden einzeln mit einem Meeresstein zerdrückt, entsteint und anschließend in Öl eingelegt. Sie sind die unverzichtbare Vorspeise.
Die Reise führt weiter nach Rutino, einem von Olivenhainen und Weinbergen umgebenen Dorf, dessen Blick vom Monte della Stella bis zum Schimmern der Küste reicht. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt spürt man eine unverfälschte bäuerliche Identität, geprägt von Stille und einem langsamen Lebensrhythmus. Der Besuch einer modernen kontinuierlich arbeitenden Ölmühle zeigt, wie technologische Innovation die Seele des Cilento-DOP-Olivenöls bewahrt.
📌 Das Erlebnis kann durch einen Besuch in einem lokalen Weinkeller ergänzt werden, wo die Weine des Gebiets auf handwerklich hergestellte Wurstwaren und Käse treffen.
Rutino steht für eine Küche, die tief mit der Erde verbunden ist: handgezogene Pasta, frisches Gemüse und der Duft von Holzofenbrot. Der Tag endet in der Ruhe eines Agriturismo in den Hügeln, wo die entdeckten Aromen in einer Atmosphäre vollkommener Authentizität wieder aufleben.
💡Neben dem nativen Olivenöl extra sind diese Gebiete die Heimat der Weißen Feige des Cilento, einer symbolträchtigen Zutat für zahlreiche traditionelle handwerkliche Spezialitäten.
Tag 2 – Perdifumo, San Mauro Cilento und die Kultur des Olivenöls
Der zweite Tag führt nach Vatolla, bekannt für den Palazzo Vargas, in dem der Philosoph Giambattista Vico lebte. Der Ort ist außerdem berühmt für die Zwiebel von Vatolla, ein Presidio Slow Food mit einzigartiger Süße und ein Grundpfeiler der lokalen Küche.
In unmittelbarer Nähe liegt Perdifumo, ein Dorf, in dem die landwirtschaftliche Tradition nicht nur Erinnerung ist, sondern bis heute gelebt wird. Die ländliche Landschaft verbindet sich mit einer Gastronomie aus einfachen Zutaten und intensiven Aromen. Ein Aufenthalt in einem Agriturismo ermöglicht es, die Küche des Landes kennenzulernen: einfache Hülsenfrüchte, Wildkräuter und die typische cilentanische Pizza. Zu den Spezialitäten gehören die Soppressata und der Ziegen-Cacioricotta, die hervorragend mit den „Fichi impaccati“ (gefüllten bzw. eingewickelten Feigen) harmonieren.
💡Viele landwirtschaftliche Betriebe und Agriturismi bieten fachkundige Verkostungen an: eine sensorische Reise, bei der man die fruchtigen, bitteren und pikanten Noten des Olivenöls unterscheiden lernt und die perfekte Kombination mit der „Cicciata“, einem traditionellen Gericht auf Hülsenfruchtbasis, entdeckt.
Am Nachmittag führt die Route weiter nach San Mauro Cilento, die „Stadt des Öls“. Eingebettet in ein silbernes Meer aus jahrhundertealten Olivenbäumen ist dieses Dorf das pulsierende Zentrum der Olivenölproduktion im Cilento. Zwischen den knorrigen Stämmen der alten Bäume zu wandern und historische Genossenschaften zu besuchen, bedeutet, die Essenz der mediterranen Ernährung unmittelbar zu erleben.
Die Landschaft offenbart sich mit Düften von Tomatenblättern und frisch geschnittenem Gras und bietet einen letzten Einblick in die Welt der Bergkäse und traditionellen Wurstwaren. Der Tag endet, während der Blick von den Hügeln zum Meer wandert – in der Stille einer Landschaft, die die stolze Seele des Cilento bewahrt.
💡Obwohl die Landschaft das ganze Jahr über beeindruckend ist, liegt die ideale Zeit für diese Route zwischen Mitte Oktober und November, wenn die Ölmühlen in vollem Betrieb sind und der Duft frisch gepressten Olivenöls durch die Gassen der Dörfer zieht.